Wiesbaden: Geteilte Meinung über Ligareform

15. März 2017

Wiesbadener Kurier vom 15.03.2017

VCW-Geschäftsführerin Nicole Fetting... ist für die Modus-Änderung. Und betont: „Es war die Mehrheit der Vereine dafür...“, erklärt Fetting. „Aber es ist auch eine sehr große Chance. Die Hauptrunde würde dann künftig von Oktober bis April laufen. Alle Clubs hätten eine längere Präsenz und könnten Heimspiele besser vermarkten.“ Schließlich sollen die Teams dann in der Regel ihre Heimspiele im Zwei-Wochen-Rhythmus am Wochenende austragen. „Wir hatten im Februar drei Heimpartien binnen sechs Tagen mit ganz unterschiedlichen Terminen. Wir konnten das mit vielen Ehrenamtlichen sehr gut stemmen, aber es ist für die Zuschauer praktischer, wenn sie wissen: Jeden zweiten Samstag spielt der VCW zuhause“, meint Fetting ... .Henning Wegter, Manager des Rüsselsheimer Männer-Bundesligisten United Volleys RheinMain, begrüßt die Abschaffung des Viertelfinals ebenfalls: „Es ist für die Organisation einfacher und die Anhänger haben eine bessere Planungssicherheit. Außerdem kann es doch ein Anreiz sein, nicht immer der ewige Sechste zu sein.“

VCW-Chefcoach Dirk Groß steht dem Ganzen skeptisch gegenüber: „Es ist gut, wenn man die Saison länger vermarkten kann. Zudem könnten wir unter der Woche wesentlich mehr trainieren. Trotzdem hat man bei uns gesehen, wie wichtig es für Fans und Spieler ist, die Play-offs zu erreichen. Es sollten in meinen Augen zumindest die besten Acht in die K.o.-Runde kommen.“ Die Pre-Play-offs sind kein großer Zuschauermagnet: Zum letzten Spiel zwischen Köpenick und Aachen kamen am Samstag 300 Leute. ...

Andreas Vollmer, Trainer des USC Münster, spricht „vom völlig falschen Weg, um die Liga über einen langen Zeitraum für alle Teams, Zuschauer und Sponsoren attraktiv und spannend zu gestalten. Es werden dann sicher sehr viele Mannschaften schon früh die Chance auf eine Play-off-Teilnahme verlieren und so im Wettbewerb nur existieren, aber nicht mehr mitleben“, so der Ex-Wiesbadener. „Das wirkt sich mit Sicherheit auf das Zuschaueraufkommen, die Einnahmen der Clubs und Sponsorenpakete deutlich negativ aus. Man sollte im Interesse aller Bundesligisten die Liga optimal vermarkten und nicht in Rücksichtnahme des Europacups."

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