Von der Altmark über Schwerin in die Hauptstadt: Luise Klein verstärkt KSC Berlin auf der Zuspielposition

12. August 2016
Foto: Gerwig Löffelholz

"Wir wollen erreichen, dass gute Talente ihre Spielpraxis in der ersten Liga finden" - so die Begründung von KSC Trainer Manuel Rieke zur Verpflichtung der erst siebzehnjährigen Zuspielerin Luise Klein vom Zweitligisten VCO Schwerin. Für Luise ist es zugleich der wohldurchdachte Sprung aus dem Nachwuchsbereich in das Becken der 1. Bundesliga. 

Mit Jahrgang 1999 wird Luise die jüngste Spielerin des aktuellen Aufgebots sein. Im Städtchen Tangerhütte in der Altmark verbrachte sie ihre Kindheit gern mit Sport - zunächst mit Turnen und Schwimmen, später mit Leichtathletik von Hochsprung bis zum Kugelstoßen. Man könnte aber doch eigentlich den einzigen freien Nachmittag der Woche noch mit einer Volleyball-Arbeitsgemeinschaft verbringen - ab sofort war Volleyball auch dabei, wenn auch nur in einer Nebenrolle. Die selbst sportlich aktiven Eltern förderten das Talent, die Mutter trainierte sie selbst in der Leichtathletik. Durch einen Zufall fiel sie bei einem Wettkampf von "Jugend trainiert für Olympia" einem Vertreter der Sportschule Schwerin äußerst positiv auf. Nach einer Probewoche in der mecklenburgischen Landeshauptstadt begeisterte sie sich für den Volleyballsport, wollte später als Mittelblockerin angreifen und ging mit Beginn der 8. Klasse auf das Schweriner Internat. Mit dem Mittelblock wurde es bei einer Körpergröße von 1,78 zwar nichts, aber Trainer Andreas Renneberg (in der Saison 2015/16 Bundesligatrainer in Suhl) entdeckte ihre Fähigkeiten auf der Zuspielposition. Mit 15 Jahren folgte im rasanten Zeitablauf die Berufung zur U 18-Juniorinnen Nationalmannschaft und bald darauf der Wettkampfbetrieb in der zweiten Bundesliga. Vor wenigen Monaten holte sie mit ihrem Team den Meistertitel der U20-Mädchen im bayerischen Sonthofen. In den letzten Jahren war es vor allem Trainer Bart Jan van der Mark, der ihre Zuspielfähigkeiten prägte und auf ein Leistungsniveau brachte, mit dem sie langsam an die Pforten der ersten Liga anklopft.  

Als der Köpenicker SC sein Interesse kundtat, beratschlagte sie sich sowohl mit dem Trainer, wie auch mit den Eltern, zu denen sie noch eine herzliche Verbindung pflegt. "Ich habe mich schon gefreut, dass Köpenick aufmerksam auf mich geworden ist. Für den Wechsel habe ich ein gutes Bauchgefühl." 

Wenn es in Köpenick um die Saisonvorbereitung geht, wird Luise zunächst nicht mit dabei sein: Ab 27. August findet die U19-Europameisterschaft in Ungarn statt und Luise bereitet sich mit ihrem Team in Kienbaum auf die Wettkämpfe vor. Italien, Russland und Serbien sind zunächst die Gegner in der Vorrunde - eine Hammergruppe, und doch heißt es keinen Punkt schon vorab zu verschenken. "Wir sind ein starker Jahrgang und haben einen guten Kader. Wir müssen unsere Chance eben nutzen und über uns hinauswachsen".

Wenn Luise nach dem EM-Wettkampfende am 4. September zum KSC Team stößt, soll sie für den Einsatz in der 1. Bundesliga fit gemacht werden. Schrittweise soll sie Einsatzzeiten in der Liga und eine wachsende Verantwortung bekommen. Trainer Manuel Rieke freut sich schon darauf, mit ihr gemeinsam ihr Zuspiel weiterzuentwickeln . "Sie hat in der 2. Liga überzeugt und ist bereit für den nächsten Schritt. Wir wollen ihr die Möglichkeit geben, bereits unter Erstligabedingungen Erfahrungen zu sammeln und ihr Können zu vervollkommnen.

Herzlich willkommen in Köpenick, Luise Klein!

Ein Dankeschön geht an Gerwig Löffelholz, der uns freundlicherweise die Rechte an seinem Foto zur Verfügung gestellt hat.  

 

 

 

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