Erinnerungen: Bundesligaaufstieg

An die Zeit des Aufstiegs und die erste Bundesligasaison erinnert sich der damalige Abteilungsvorstand Hans Fischer:

Die als Schulsporthalle konzipierte Flatowhalle, die wir zur Verfügung hatten, entsprach natürlich nicht den Anforderungen der DVL. Eigentlich hätten wir 1.000 Zuschauerplätze zur Verfügung stellen müssen, eine bestimmte Beleuchtungsstärke war gefragt, die Hallenhöhe sollte 12 m betragen und ein VIP-Raum für die Sponsoren und das Schiedsgericht sollte vorhanden sein.

Mit viel Einsatz der ehrenamtlichen Helfer und mit Unterstützung des Sportamtes Köpenick gelang es uns, mit einigen Provisorien für die nächsten Jahre die Bundesligaspieltage abzusichern. In Zusammenarbeit mit dem Sportamt, den Senat von Berlin und der Flatow Oberschule wurde Zusatzbestuhlungen auf einem Teil der zur Verfügung stehenden Hallenfläche so „organisiert“, dass der Berliner Senat dies letztendlich abgenommen hat. Diese mussten bei jedem Heimspiel neu auf- und danach wieder abgebaut werden. Die zusätzlichen Scheinwerfer, die ebenso vom Senat abgenommen werden mussten, wurde noch in den letzten Tagen vor dem ersten Heimspiel installiert. Als VIP-Raum an den Spieltagen fungierte der Kraftraum der Flatow-Schule - auch dieser wurde zu jedem Heimspiel umgebaut. Nur an der Hallenhöhe, die an einigen Stellen nur 9 m betrug, konnten wir nichts ändern. Die DVL gewährte uns, genau wie anderen Vereinen, eine Ausnahme.

Die finanziellen Anforderungen stiegen in der ersten Bundesliga enorm. Während wir in der zweiten Liga nur einen Saisonetat von 50.000 € hatten und die Spielerinnen keinerlei Gehalt vom Verein bekamen, forderte der Erstliga-Betrieb wesentlich mehr von uns. Die DVL prüfte den von uns aufgestellten Finanzplan auf Herz und Nieren - damals war aber glücklicherweise noch kein Mindestetat in Höhe von Euro 150.000 erforderlich. Die ganzen Kosten des Erstliga-Betriebes waren von uns zunächst - aus fehlender Erfahrung – zu niedrig eingeschätzt worden. Erst im Laufe der Saison stellten sich immer wieder neue Kostenpositionen heraus, die einfach notwendig zu erfüllen waren. Aufwendungen für die Reisen zu den Wettkämpfen durch ganz Deutschland (inklusive Übernachtung und Verpflegung), Sportkleidung und Materialien fielen in einer Größenordnung an, die für uns zunächst nicht absehbar war. Auch die notwendigen Kosten für Renovierung der Wohnungen für die ausländischen Spielerinnen sowie deren Einrichtung mit Möbeln, Waschmaschine Kühlschrank, Fernseher usw. wollten bedacht sein. Und natürlich kamen so kleine aber wichtige Posten wie Unfallversicherung der Spielerinnen, Gebühren für die DVL, Ausbildungsentschädigungen für einheimische Vereine und ausländische Verbände sowie Entgelte für die Schiedsrichter dazu.

Ohne unsere Sponsoren hätten wir diese schwierige Phase nicht geschafft. Geholfen hat uns in erster Linie Air Berlin in Person des Directors of Communication Peter Hauptvogel. Air Berlin verdoppelte gegenüber der zweiten Bundesliga den Sponsorenetat und stellte Flüge zu den Auswärtsspielen, soweit diese mit dem Flugzeug erreichbar waren, zur Verfügung. Das Autohaus Dietrich sponserte Fahrzeuge für die Spielerinnen und Auswärtsfahrten. Die DEGEWO vermietete uns günstigen Wohnraum - die Erstligaspielerinnen mussten ja irgendwo wohnen. Schon in der letzten Zweitligasaison sorgte unser langjähriger Sponsor Patrick Leher für kulinarische Genüsse bei den Heimspielen. Ein großer Dank geht auch an das Sportamt des Bezirksamtes Berlin Treptow/Köpenick. Der Sportamtsleiter Steffen Senkbeil gab uns gerade in Hallenfragen jede erdenkliche Unterstützung.

Nicht zuletzt haben den Erstliga-Betrieb erst die Ehrenamtlichen - angefangen vom gesamten Vorstand der Abteilung über die Eltern der Spielerinnen bis zu den Fans - möglich gemacht und durch vielfältige Arbeitsleistungen immer wieder unterstützt. Bis auf den Trainer und die Spielerinnen waren alle mit der Bundesliga Beschäftigten ehrenamtliche Kräfte.

Obwohl unsere Mannschaft im ersten Jahr in der ersten Bundesliga nur wenige zählbare Erfolge feiern konnte, war die Zuschauerresonanz in der Flatow Halle ausgesprochen positiv. Wir hatten durchgängig zwischen 300-400 Fans in der Halle, die eine Superstimmung zu den Heimspielen verbreiteten. Zu manchen Spielen brannte so richtig die Luft und wir hörten oftmals anerkennende Worte unserer Gastmannschaften.