Süddeutsche: Erstliga-Aufstieg: Zu tiefer Graben

08. April 2017

Süddeutsche Zeitung vom 08.04.2017

Es könnte ein einigermaßen absurdes Wochenende in der zweiten Volleyball-Bundesliga werden. Denn es spricht einiges dafür, dass es in den Süd-Staffeln einen, wenn nicht gar zwei vorzeitig feststehende Meisterteams geben wird - die beide auf den Aufstieg verzichten. Die Volleyballer und Volleyballerinnen aus Eltmann respektive Sonthofen verweigern den Sprung ins Oberhaus aus wirtschaftlichen Gründen.

Während ein Aufstieg für Sonthofen aufgrund des finanziellen Mehraufwands sowie fehlender Infrastruktur nie in Frage kam, kämpfte Eltmann bis Anfang der Woche um das Projekt. Der ehemalige Erstligist durchlief das Vorlizenzierungsverfahren der Volleyball-Bundesliga (VBL) und hätte sogar den vorgeschriebenen Mindestetat beisammen. "Unsere bestehenden Sponsoren haben große Bereitschaft gezeigt", bestätigt der Sportvorsitzende Rolf Werner. Auf diese Weise seien 50 Prozent des notwendigen Zuwachses generiert worden. Die seien "beachtlich", sagt er, "aber es sind trotzdem 50 zu wenig". Konkret fehlen circa 150 000 Euro zum Wunschetat von einer halben Million. ... auch die Zweit- und Drittplatzierten wollen nicht nach oben: "So notwendig die Professionalisierung der Bundesliga ist", merkt Werner an, "sie hat den Graben zwischen erster und zweiter Liga deutlich größer gemacht." Auch aus den Nord-Staffeln steigt niemand auf. Der einzige potenzielle neue Klub ist ein alter Bekannter: Unterhaching hat sich um die neu eingeführte Wildcard beworben und könnte vorbehaltlich der bestätigten Wirtschaftlichkeit von der dritten in die erste Liga aufsteigen. 

http://www.sueddeutsche.de/sport/volleyball-zu-tiefer-graben-1.3456080

Pressearchiv-Kategorie: