Rückblick und Ausblick

12. März 2017
Foto: Frank Ziegenrücker

Die Saison in der 1. Bundesliga ist für den Köpenicker SC vorbei. Mit dem Ausscheiden in den Pre-Play-offs gegen Aachen geht die Mannschaft in die verdiente Auszeit. Der KSC war bereits in den letzten beiden Jahren der Verein, der im Bundesligateam jungen deutschen Spielerinnen eine Chance gegeben hat sich im Erstligabetrieb zu beweisen. Schon im aktuellen Team sind vier deutsche Spielerinnen bis zum Alter von 19 Jahren vertreten, die freilich auch von erfahrenen Athletinnen unterstützt werden. Trotz dieses für Volleyball-Bundesliga-Verhältnisse mittlerweile untypischen Weges schaffte das Team in der vergangenen Saison den 8. Tabellenplatz, nach Ende der Saison 2016/17 belegt die Mannschaft den 9. Platz. 

Trainer Manuel Rieke ist sich mit Kapitän Pia Riedel einig, dass "die junge Mannschaft in den meisten Spielen das Potenzial abgerufen hat und darüber hinaus für einige Überraschungen in der Liga gesorgt hat." Außerordentlich guten Spielen - wie der Sieg in Münster oder der klare Heimerfolg gegen Meister Dresden standen naturgemäß einige schwächere Auftritte (Pokalaus gegen Vilsbiburg, Niederlage in Erfurt) gegenüber - das ist halt typisch für Sport und gerade die Stabilität kann von einem solch jungen Team noch nicht erwartet werden. Die Leistungen des Teams sind auch von den Sponsoren gut gewürdigt worden. Tillmann Raith, Geschäftsführer der DER Deutschen Energie GmbH als Hauptsponsor zeigt sich von der Leistungsentwicklung in der Saison angetan: "Gerade die letzten Spiele zeigen, was in der im Vergleich zu anderen Teams jungen und mit deutschen Spielerinnen gespickten Mannschaft steckt und welche sportliche Weiterentwicklung stattgefunden hat. Die Mannschaft hat sich sehr erfolgreich gegen auch deutlich finanzstärkere Vereine behauptet und bietet Erstligasport als Event in Köpenick." 

Der Ausblick auf die kommende Saison fällt aktuell schwer. Im Rahmen der mittelfristigen Planung der kommenden Bundesligasaison Saison sieht sich der KSC der Herausforderung gegenüber, mit voraussichtlich deutlich reduzierten finanziellen Mitteln rechnen zu können. Einige Sponsoren fahren ihr bisheriges Engagement deutlich zurück, bleiben aber mit ihren für das nächste Jahr noch zugesagten Beträgen immer noch Sponsoren des Bundesligabetriebs beim KSC. Der Geschäftsleitung der Spielbetriebs GmbH bleibt die Aufgabe, die finanzielle Lücke von mehr als 100.000 € durch Akquise neuer Sponsoren zu verringern bzw. durch Anpassung der Kostenstrukturen gegenzusteuern. "Wir wollen darum kämpfen, den Etat durch kleine oder große neue Sponsoren zu füllen. Wir hoffen, dass uns möglichst viele Volleyball-Enthusiasten und Unterstützer des Köpenicker Sports auf diesem Weg begleiten" sagt Catrin Peters, Geschäftsführerin der Spielbetriebs GmbH. 

Eine Insolvenz, wie sie allein in der vergangenen Saison drei Vereine der Damen-Bundesliga hinlegten, steht dagegen in Köpenick **überhaupt nicht** zur Debatte. "In die neue Saison mit deutlicher Unterdeckung zu gehen, kommt für uns nicht in Frage. Diesen Blindflug wollen wir den Mädels nicht antun", so Peters. "Sollten wir die finanzielle Lücke nicht stopfen können, bliebe wegen der ohnehin nahezu festen Kosten für Liga, Schiedsrichter, Reisekosten für Auswärtsspiele und Ausstattung als einzige variable Komponente die Personalkosten für Spielerinnen und Trainer-Team. Eine Ligasaison käme unter diesen Bedingungen nur dann infrage, wenn es gelänge, eine konkurrenzfähige Mannschaft zum Beispiel aus jungen Spielerinnen aufzubauen, die in ihren bisherigen Vereinen eher weniger Einsatzzeiten hatten."

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