Regionalliga

KSC II: Sieg in Staßfurt

09. Februar 2009

Volksstimme vom 09.02.2009

Torsten Spiller hatte sich etwas überlegt. Zuweilen kritisiert er seine Regionalliga-Volleyballerinnen vom Köpenicker SC II nämlich, " obwohl es gar nicht sein müsste ". Und deshalb ist er an der Seitenlinie fast über den gesamten Spielverlauf mit einer Trinkflasche zu sehen. " Die kann ich nicht wegschmeißen wenn ich mich ärgere ", sagt der Coach. Dazu hatte er im Spiel gegen den VC 97 Staßfurt wohl wenig Grund, sein Team gewann mit 3 : 1 ( 21, 15, -24, 15 ). 

Zufrieden war Spiller jedoch nicht. " Wir waren viel zu unkonzentriert, machten im Angriff viel zu wenig Druck. " Er verlangt von seinem Team mehr, zumal er fünf Spielerinnen im Kader hat, " die schon in der zweiten Liga ausgeholfen haben ". Von ihnen war am Sonnabend wenig zu sehen. Prompt lag das Team mit 9 : 13 im ersten Satz hinten. 

Staßfurt spielte mit viel Energie, erzielte den ersten Punkt. Das Zusammenspiel zwischen Anica Ackermann, die die am Knöchel verletzte Manja Malchau vertrat, und Annika Große auf Außen funktionierte gut, vor allem bei schnellen Pässen. Die Annahme stand zudem sicher und die Gäste fabrizierten mehrere Fehler im Angriff. Bis zur Hälfte des Satzes. " Wir haben dann endlich angefangen, vernünftig aufzuschlagen ", sagte Spiller. Stück für Stück setzte sich der KSC ab und brachte seinen Vorsprung ins Ziel. 

Der VC 97 blieb im Formtief stecken. Zwar führten die Gastgeber mit 2 : 0, doch erneut gute Aufschläge von Jessica Dümchen und Ann-Marie Knauf, der die Annahme nicht Herr wurde. Der Satz ging deutlich an den KSC. 

Im dritten Durchgang gab es ein Novum : Der VC 97 lag mit 0 : 1 zurück, prompt entschied er den Satz für sich. Dieser frühe, wenn auch kleine, Rückstand schien Kräfte frei zu setzen. Zwar wurde es zum Ende nocheinmal eng, aber ein Angriff von Kathleen Glaser und ein Block von Marén Schulz brachten den 26 : 24-Erfolg. 

Die wiedergefundene spielerische Linie erwies sie alledings nur als Strohfeuer. Der VC wirkte nicht zu 100 Prozent konzentriert, weshalb das letzte Quäntchen in der Block-, Annahme- und Angriffsleistung gefehlt hatten. Sechs Fehler und drei Blocks der Gäste brachten leichte Punkte für den Gegner, der den Durchgang wiederum deutlich zu seinen Gunsten entschied. Und, wie sollte es auch anders sein, Staßfurt führte in diesem vierten Satz mit 1 : 0. 

" Sehr ärgerlich ", sagte VC 97-Trainerin Berit Malchau, die den im Urlaub befindlichen Torsten Multischewski vertrat. " Denn es war durchaus mehr drin. " 

Staßfurt : Glaser, Dreher, Grenzau, Trübe, Reuleke, Kirchhoff, Große, Ackermann, Schulz 

Köpenick : Powdrack, Gerecke, Knauf, Lammel, Kummer, Dümchen, Kadow, Zieger

KSC II: Reise mit Selbstvertrauen

08. Februar 2009

Magdeburger Volksstimme vom 07.02.2009

Beim Köpenicker SC II wird Selbstvertrauen demonstriert. Auf der Internetseite fragt Trainer Torsten Spiller, wer die Regionalliga-Volleyballerinnen zum nächsten Auswärtssieg beim VC 97 Staßfurt ( 18 Uhr ) begleiten möchte. Wenn man seinen Kader als Ausbildungs-Mannschaft für die 2. Bundeliga versteht, sind solche Sätze durchaus verständlich, denn Gedanken um den Klassenerhalt macht sich Spiller nicht. Platz vier wurde von seinen Mädchen als Saisonziel vorgegeben. Rang fünf sieht der Trainer als realistisch an. Auf dem Sechsten steht das Team momentan. Aber ärgerlich ist Spiller deshalb nicht. " Wir wollen die Saison vernünftig zu Ende spielen und hoffen, dass das mit dem Kader auch klappt. " Denn schließlich stellt er zwei Spielerinnen demnächst für die Erste ab. " Wir haben uns in der Breite weiterentwickelt, vor allem im Mittelblock zugelegt. " 


Das sind Sorgen, die der VC 97 Staßfurt nicht hat. Mit viel Selbstvertrauen geht das Team in die Partie. Personell sind alle an Bord, Antje Reuleke wird Gelegenheit bekommen, ihre gute Form aus dem Spiel gegen Marzahn zu bestätigen. Der KSC II hat erst zwei Auswärtssiege auf dem Konto. Und auf Spillers Eintrag hat noch niemand geantwortet.

Kraftakt mit viel Ruhe bewältigt

15. Dezember 2008

Volksstimme Magdeburg vom 15.12.2008

Torsten Spiller, der Trainer des Volleyball-Regionalligisten Köpenicker SC II, war gestern in seinem Elan kaum zu bremsen. Mal ging er nervös auf und ab, mal klatschte und sang er mit, mal brüllte er Anweisungen aufs Feld. Ganz anders sein Gegenüber Axel Ebeling. Der Co-Trainer des SV Pädagogik, der Berit Malchau vertrat, saß während der eineinhalb Stunden Spielzeit fast regungslos auf der Bank. Manchmal liegt eben in der Ruhe die Kraft. Diese Kraft benötigte sein Team auch, um den Tabellennachbarn aus Berlin mit 3 : 1 ( 21, 23, -21, 20 ) zu bezwingen. 

Wie erwartet erwies sich die junge Bundesliga-Reserve aus der Hauptstadt als ein schwerer Brocken. Ähnlich wie im Hinspiel, als Pädagogik einen 0 : 2-Satzrückstand aufholte, schenkten sich die Gegner nichts. Dennoch war die Dramaturgie eine etwas andere. 

Nach ausgeglichenem Beginn ging der KSC mit 16 : 11 in Führung und hielt diese bis zum 19 : 16. Dann zog Pädagogik an. Anna Lehrmann blies mit guten Aufgaben zur Aufholjagd. In nur wenigen Minuten war der erste Satz mit 25 : 21 eingespielt. " Wir sind hier nicht beim Fußball, wo man einen 2 : 0-Vorsprung nur verwalten braucht ", so die Ansage von Torsten Spiller an seine Mädchen. Sie schienen ihn nicht zu verstehen. Denn obwohl die Köpenickerinnen in einer jetzt hart umkämpften Partie mit 6 : 1, 16 : 14 bis zum 22 : 21 vorne lagen, gelang es ihnen wieder nicht, den Vorsprung ins Ziel zu retten. Pädagogik, das bis dato viele Fehler bei Annahme und Zuspiel produzierte, sagte " Danke " und gewann den zweiten Durchgang mit 25 : 23. 

Im dritten Satz sollte diese " Masche " nicht aufgehen. Bis zum 11 : 10 blieb es eng, dann zogen die technisch beschlagegen Mädchen von der Spree davon. " Vor allem im Block hatten wir heute wenig entgegen zu setzen ", sagte Ebeling. 

Glück für Pädagogik, dass sich dieses Defizit im vierten Satz nicht rächen sollte. Da lag Köpenick wieder in Front – die Partie schien wie im Hinspiel zu kippen. Dann brachte Ebeling auf der Außenposition Julia Birkenhauer, die mit kraftvollen Schmetterbällen ebenso Druck machte wie Steffi Schultze mit ihren Angaben. Folge war der 14 : 14-Ausgleich und 25 : 20-Satz- und Matchgewinn. 

Anschließend musste selbst der ruhige Axel Ebeling eingestehen : " In mir hat es gebrodelt. Das war heute ein hartes Stück Arbeit. " Torsten Spiller gab sich nach Spielschluss schmallippig : " Es liegt vielleicht in der Jugend begründet, dass wir eine Führung nicht behaupten. Mehr noch hat es mit Trainingsrückstand und dem Fehlen von zwei Leistungsträgern zu tun gehabt. "

Seiten