KSC Berlin setzt auf die Jugend

18. September 2011
Dass die Mannschaft des Köpenicker SC in den vergangenen Jahren ohne Nachwuchsspielerinen spielte, konnte dem Verein wahrlich nie vorgeworfen werden. Nach einer kurzem Durststrecke in den letzten Jahren sind aktuell auch die ersten Erfolge der neu strukturierten Jugendarbeit sichtbar (ein Dank an die Jugendtrainer!) - und diese lassen für die Zukunft hoffen. Wir freuen uns, dass auf dieser Grundlage in der kommenden Saison vier junge Spielerinnen aus der Berlin-Liga auch zum Aufgebot der ersten Liga gehören werden.

Diese vier klopfen mit ihrer Leistungsentwicklung der vergangenen Jahre an das Tor der ersten Bundesliga an: Neben der bereits in der vergangenen Saison mit der ersten Mannschaft trainierenden 17jährigen Elisa Woinowsky (AA) werden in dieser Saison auch drei Spielerinnen des Jahrgangs 1995 langsam an die Anforderungen des Leistungssports in der ersten Liga herangeführt. Auf der Mittelblockposition könnte Lara Graap einmal in die Fußstapfen der auch im Verein erfolgreich gewordenen Anja Günther treten. Josefine Peschel will auf der Liberoposition den KSC-Eigengewächsen Irene Hannibal und Jessica Göpner nacheifern. Im Zuspiel könnte Laura Hippe einmal den Konkurrenzkampf auf der Position befeuern, auf der Sandra Sydlik ihre Erfolge im Verein feierte - sportlich hat sie mit ihrer Schwester ohnehin das große Vorbild ihrer Familie.

Beim Heranführen der jungen Spielerinnen an das Erstliganiveau profitierte der KSC von der Neuregelung der Bundesspielordnung des DVV, die im August 2011 veröffentlicht wurde. Unabhängig von der früher erforderlichen Kaderzugehörigkeit (Landeskader, Bundeskader oder Beachkader) können junge Spielerinnen bis U20 in einer höherklassigen Mannschaft des gleichen Vereins nach dem fünften Spieltag der höheren Liga beliebig häufig eingesetzt werden. Ein gesondertes Zweitspielrecht ist somit nicht mehr erforderlich, um im eigenen Verein in einer höherklassigen Mannschaft spielen zu können. Auch die Gefahr des Festspielens besteht nicht mehr.

Für die vier jungen Spielerinnen ändert sich folglich vieles: neben dem dreimal wöchentlichen Training mit der Berlin-Liga Mannschaft werden sie zusätzlich zweimal wöchentlich mit der ersten Mannschaft trainieren. Das Training mit der Bundesligamannschaft wird in Abstimmung mit den Eltern und dem Berlinliga Trainer realisiert. Behutsam, aber stetig sollen die Nachwuchsspielerinnen neben ihren Einsätzen in der Berlin-Liga an die Anforderungen des schnellen und kraftintensiven Spiels in der Bundesliga vorbereitet werden. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit des Einsatzes in der ersten Liga. Dabei sind sich alle im Klaren, dass noch ganz viel Technik und Taktik zu lernen ist sowie Kraft, Kondition und Schnelligkeit gebolzt werden muss, um einmal in der ersten Liga zu bestehen. Doch andererseits besteht schnell einmal bei Verletzungen oder Krankheiten der Erstligaspielerinnen die Chance, dass eine der vier zu ihrem ersten Bundesligaeinsatz kommt. Und wie gerade aus der KSC-Geschichte bekannt ist, wachsen bei so manch einem mit den gestiegenen Anforderungen auch die persönlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten. Manchmal explodieren diese schier…

Ob die vier Hoffnungsträger jemals den Sprung in die erste Liga schaffen werden, ist offen. Viel liegt an den Mädels selbst, ob sie den hohen Erwartungen, die sie auch an sich selbst haben, gerecht werden. Der KSC will aber weiter die Voraussetzungen für eine positive Entwicklung der jungen Spielerinnen schaffen und diese fördern. Wünschen wir den jungen Spielerinnen auf ihrem neuen Weg viel Spaß beim Volleyball – natürlich bald die erhofften großen Steigerungen und letztendlich den Durchbruch! B. K. 
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