KSC Berlin holt Schweriner Talent Marie Holstein

21. Juli 2016

Frisch vom Meisterschaftsdritten in die Hauptstadt importiert - so könnte man die Verpflichtung von Marie Holstein, die in der vergangenen Saison noch zum Kader des Schweriner SC gehörte, durch den Köpenicker SC zusammenfassen. Die Neunzehnjährige geht auf der Diagonalposition in ihre erste Saison beim letztjährigen Tabellenachten.

Die 1,91 m große Linkshänderin kann in ihrer Vita schon auf viele Erfolge verweisen. Mit 16 Jahren ging sie aus dem heimatlichen Moers im Rheinland in das Internat beim Schweriner SC, spielte schnell in der VCO-Mannschaft des SSC und holte sich mit ihrem Team Deutsche Jugendmeisterschaftstitel, den letzten gerade Anfang Mai 2016 bei der A-Jugend-DM im bayerischen Sonthofen.  In Schwerin erfolgte auch zügig die Berufung zur Juniorinnen-Nationalmannschaft, "vom Leistungsniveau her eine echte Erfahrung in Sachen Trainingsumfang und -inhalte sowie Konzentration auf den Volleyball, auch wenn wir die Qualifikation zur EM und zur WM nicht geschafft haben", erinnert sich Holly ("Zu mir sagen alle nur Holly, Marie sagt eigentlich kaum einer").

Mit 18 Jahren ging sie in ihre erste Profisaison beim Titelanwärter aus Mecklenburg. "Mir war schon klar, dass es sich um ein Trainings- und Entwicklungsjahr handeln wird, da die kanadische Nationalspielerin Tabitha Love auf der Diagonalen gesetzt war und so die Einsatzchancen in der 1. Liga zwangsläufig für mich sehr begrenzt waren." Tatsächlich kam sie über gelegentliche Einsätze in der Bundesliga und im CEV-Cup nicht hinaus. Ein schönes Erfolgserlebnis brachte das Liga-Auswärtsspiel in Wiesbaden im März 2016. Nach schon ziemlich deutlichem Rückstand des SSC wechselte Trainer Koslowski durch und setzte auf die Jugend. Die Youngster und mit ihnen Holly rissen das Ruder noch herum, fighteten sich ins Spiel, zeigen so ihr gewachsenes Können und brachten dem SSC noch den Auswärtssieg.

"Ich habe mich durchaus in meinem ersten Bundesligajahr in Schwerin in einigen Disziplinen verbessern können, bin konstanter geworden und habe Techniken automatisiert. Und ich glaube, dass ich ein wenig meine Unsicherheit auf dem Feld abgebaut habe und etwas angriffslustiger auftrete." schätzt sich die junge Spielerin, die gerade in Schwerin das Abitur ablegte, ein. "Aber jetzt will ich mir auf jeden Fall mehr Einsatzzeiten erarbeiten, wieder Spielpraxis gewinnen und mich weiter verbessern." Das muss nicht unbedingt auf der Diagonalposition sein, "wenngleich ich in Schwerin kaum Annahme trainiert habe, aber Außen/Annahme ist auf jeden Fall mit entsprechendem Annahmetraining eine Option."

KSC Trainer Manuel Rieke weiß um das Risiko, auf der Diagonalposition mit zwei Neunzehnjährigen (auch Nele Iwohn hat die 20 noch nicht erreicht) in die Saison zu gehen, sieht aber durchaus die Chancen dieser gewollten Situation. "Jungen Spielerinnen ist es zueigen, dass sie sich auch schneller entwickeln können, wenn sie gefordert werden, ihnen Verantwortung übertragen wird und sie Spielpraxis bekommen. Wir hoffen, dass wir die beiden Talente gemeinsam auf ein neues Leistungsniveau bringen können. Dann ist unsere Mannschaft auf dieser Position auch viel schwerer  ausrechenbar, jede hat ja ihre spezifischen Stärken im Spiel."

Wir begrüßen ganz herzlich in Köpenick Marie "Holly" Holstein!

Danke auch an paparazzie.de für die Möglichkeit, das nette Bild auf unserer Seite zu veröffentlichen!

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