Glücksgefühle in Köpenick

19. Februar 2017
Foto: Frank Ziegenrücker

Köpenicker SC Berlin - Dresdner SC   3:0 (25: 22, 25: 22, 26:24

Das hatte sich der vielmalige deutsche Meister wohl anders vorgestellt: Der Underdog aus dem Berliner Südosten zeigte heute Präsenz, Leidenschaft und bedingungsloses Team-Fighting - der Dresdner SC wurde erstmalig nach 12 Jahren Bundesliga von Köpenick besiegt, und das mit einem glatten 3:0!  

Nach dem gestrigen Erfolg der Sachsen beim VC Olympia mit dem verloren gegangenen 1. Satz (3:1) hatte Trainer Waibel seine Mannschaft neu eingenordet und konzentriert begannen sie gleich gegen die Berlinerinnen, holten einen 6:1 Vorsprung heraus. Doch die Gastgeberinnen zeigten zwar Respekt, aber keine Angst und nahmen den Kampf auf. Ende des Satzes gingen sie unter dem Jubel der Zuschauer in Führung und machten den Sack zu. Der 2. Satz war von beiden Seiten heiß umkämpft, kein Team konnte sich deutlich in Führung setzen, doch auch hier machten die Berlinerinnen die entscheidenden Punkte. Den 3. Satz dominierte Köpenick von Anfang an, führte schon mit 20:13, ehe Dresden nochmal aufholte. Der KSC brach unter dem Druck nicht zusammen, sondern zog sein Ding durch. Der 3. Matchball brachte die Entscheidung zu Gunsten des KSC. Grenzenloser Jubel, Standing Ovations und ein glückliches Publikum - na gut, bis auf die Dresdner Fan-Abordnung. 

Während die Gäste in zu vielen Phasen des Spiels keine Lösungen gegen die überragende Berliner Abwehr und einen stark verbessert zupackenden Block fanden (immer wieder war Julia Hero zur Stelle), surften die Berlinerinnen auf einer Welle der Begeisterung. Da griff ein Rädchen ins andere und jeder im Team konnte sich auf den anderen verlassen. Nicole Walch hatte erneut einen Sahnetag im Angriff wie auch in der Annahme erwischt. Anna Pogany machte mit Stellungsspiel und Flugkünsten wohl Bekanntschaft mit jedem Quadratzentimeter des wie immer extra ausgelegten Spezialbodens und Dominice Steffen war immer da, wo sie in Abwehr oder Angriff gebraucht wurde. Trainer Rieke strahlte mit seinem Team um die Wette: "Ein richtiger Mannschaftssieg, jeder brachte seine 110 % für das Team ein, so macht Volleyball Spaß. Und wichtig ist für mich auch, dass auch die heute weniger eingesetzten Spielerinnen im Einsatz immer wieder ihren Mann stehen: ob Jessi, Celin, Anni oder andere, jeder bringt das Optimum für das Team aufs Feld." Dominice Steffen erinnerte, dass es nun darauf ankommt, die guten Leistungen der Vergleiche gegen Münster und Dresden in den letzten 3 Spielen der Hauptrunde zu wiederholen: "Wenn wir die Form konservieren können, sind wir auch in Wiesbaden und gegen Vilsbiburg nicht chancenlos."

Die MVP-Medaillen erhielten aus den Händen der kanadischen Nationalspielerin und Ex-KSC-Athletin Rebecca Pavan die Punktbesten: Kadie Rolfzen für Dresden und Nicole Walch für die Gastgeberinnen (mit 24 Treffern in 3 Sätzen!) durften sich über die Auszeichnung freuen.

Der KSC tritt nach zwei Auswärtsspielen beim VC Wiesbaden sowie VC Olympia in zwei Wochen zum letzten Hauptrundenspiel gegen die Roten Raben Vilsbiburg wieder in der heimischen Hämmerlinghalle an.

Foto: Frank Ziegenrücker

 

 

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