Ein Sieg kann nur ein Anfang sein

03. Dezember 2005

Köpenicker SC - VC Wiesbaden 3:1  
20:00h (25:18; 23:25; 25:18; 25:23)   85 min / 400 Zuschauer  


Katie Wright, Stine Andreasen, Sarah RollmanMit Tränen in den Augen lagen sich Spielerinnen und Fans in den Armen. Wie lange hatte man auf diesen Augenblick gewartet? Zu lange, wenn es nach Trainer Michael Lehmann geht. Diesem fiel ein großer Stein vom Herzen, denn endlich wurde das junge Team der Köpenicker mit einem Sieg und wichtigen 2 Punkten belohnt. Zu oft hatte man gut gespielt und dennoch verloren. Gerade für die Psyche der Spielerinnen war dieser Erfolg von unschätzbaren Wert die nun endlich mit Stolz sagen können: Wir sind erstklassig.

Die Startsechs brachte keine Überraschungen. Mit Ilona Farkowska, Insa Brychzy, Anja Günther, Stine Andreasen , Sarah Rollman, Katie Wright und Irene Hannibal als Libera standen die Spielerinnen auf dem Feld, die schon gegen Leverkusen überzeugen konnten.

 
Angriff Insa Brychzy und Inga VollbrechtDer erste Punkt im Spiel ging nach einem guten Block an den VC Wiesbaden. Doch dann drehte der KSC auf. Mit kraftvollen Angriffen punkteten immer wieder Ilona Farkowska und Sarah Rollman und so stand es schon nach kurzer Zeit 5:2 für die Köpenickerinnen.  Zu diesem Zeitpunkt ahnte noch niemand, dass das Team diese Führung im ersten Satz nicht mehr abgeben sollte. Bis auf 13:6 zog die Heimmannschaft davon und ließ keinen Zweifel daran aufkommen, dass der Siegeswille trotz der 8 zurückliegenden Niederlagen ungebrochen ist. Auch Katie Wright setzte den Block der Wiesbadenerinnen mächtig unter Druck. Doch dann kamen die Gäste gefährlich nah heran.Punkt um Punkt schwand der sicher erarbeitete Vorsprung und viele der Fans befürchteten eine Wende, wie sie sie schon so oft in dieser Saison miterleben mussten. Eine Glanztat von Insa Brychzy, die einen verloren geglaubten Ball am Netz erneut ins Spiel brachte und zum 22:18 verwandelte, gab dann aber das entscheidende Signal an die Mannschaft. Beim Stand von 24:18 standen alle 400 Zuschauer auf und forderten lautstark den letzten Punkt. Mit einem wuchtigen Angriffsschlag unterstrich Katie Wright ihre Leistung und brach den Bann. Mit dem 25:18 feierte der KSC seinen ersten Satzgewinn vor heimischer Kulisse.

 
Der zweite Satz begann wie der Erste. Nach dem 0:1 aus Köpenicker Sicht zog man gleich auf 7:2 davon. Doch diesmal sollten sich die Befürchtungen der Fans bewahrheiten. Der VC Wiesbaden kam nun immer besser ins Spiel und profitierte zudem von kleinen Fehlern des KSC. Eine sichere Führung wurde so plötzlich, nach einem langen Ballwechsel, bei dem man drei gute Angriffsmöglichkeiten nicht verwerten konnte, zu einem 12:14 Rückstand. Michael Lehmann machte das einzig Richtige und nahm eine Auszeit. Doch diese blieb leider ohne den gewünschten Effekt. Zu viele kleine Abstimmungsfehler und unglückliche Ballverluste verhinderten eine erneute Führung. Das an diesem Abend aber mehr zu erwarten war zeigte sich beim Stande von 20:24. Mit Biss und Durchsetzungskraft kämpfte man um jeden Ball. Katie WrightSo stark, dass Trainer Luis E. Ferradas eine Auszeit für seinen VC nahm. Doch während die Wiesbadenerinnen  beim 23:24 noch an der Netzkante scheiterten, so sicherte ihnen ein Netzroller zum 23:25 den Satzgewinn zum 1:1.

 
Der Kampfgeist war es auch, der den dritten Satz dominierte. Ein durch den Satzgewinn bestärktes Wiesbaden griff nun beherzter an und forderte die Abwehr des KSC. Stine Andreasen kam auf ihrer Außenposition nun ebenfalls immer besser ins Spiel und verwandelte Punkt um Punkt. Bis zur ersten Technischen Auszeit beim Stande von 8:7, lieferten sich die beiden Teams ein Kopf an Kopfrennen. Auch der für Anja Günther ins Spiel gekommenen Inga Vollbrecht gelangen immer mehr Aktionen. Bis auf 17:11 konnte die Führung ausgebaut werden und der zweite Satzgewinn in eigener Halle stand bevor. Diesen brachte Insa Brychzy mit einem schnellen zweiten Ball und Dach und Fach und ließ die Fans erneut jubeln.

 
Angriff Sarah RollmanDoch der VC Wiesbaden gab nicht auf. Wenngleich der KSC wieder davonzueilen drohte. Auf Augenhöhe duellierte man sich am Netz und wechselte sich bei der  Führung  immer wieder ab. Kein Team vermochte es aber, seinen Vorsprung auf ehr als 2 Punkte auszubauen. Der unglückliche Punktverlust zum 23:23 durch einen Fehler bei der Angabe ließ Michael Lehmann erneut keine andere Wahl, als durch eine Auszeit Ruhe ins Team zu bringen. Gleich nach Wiederanpfiff platzierte Ilona Farkowska den Ball im gegnerischen Feld zum 24:23 und wurde danach für Anja Günther ausgewechselt, die nun den Mittelblock verstärken sollte. Doch diese brauchte gar nicht mehr ins Spielgeschehen eingreifen. Insa Brychzy belohnte sich für die überragende Leistung an diesem Abend selbst und setzte mit einer fabelhaften Angabe den Schlusspunkt zum 25:23 im vierten Satz und damit zum 3:1 Sieg ihrer Mannschaft.


UH

Fotos mit freundlicher Genehmigung von Heiner Lehmann www.sportseye.de
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