Deutschlandfunk: Eine Sportart motzt sich auf

08. Januar 2017

Deutschlandfunk vom 08.01.2007

Der Geschäftsführer der Volleyball-Bundesliga, Klaus-Peter Jung, sieht die neue Marke, das neue Produkt, bislang auf einem guten Weg: "anderes Gesicht in den Hallen, das heißt, es gibt keine Fremdlinien mehr in den Hallen, wir haben einen vernünftigen Boden, in der Männer-Bundesliga haben von elf Vereinen sieben LED-Banden angeschafft, wir haben das komplette Court-Layout überarbeitet, die Vereine haben da teilweise gute Rechte für eine Zentralvermarktung abgetreten, alles sehr vorbildlich, wir arbeiten mittlerweile mit einem Einkamera-Stream, das heißt, Volleyball-Bundesliga, jedes Spiel kann livedigital gesehen auf sportdeutschland.tv. Auch hier eine deutliche Entwicklung. Das sind die Schritte, die wir alle getan haben." Außerdem hatten sich die Vereine verpflichtet hauptamtliche Strukturen zu schaffen. Dafür haben sie in den vergangenen Jahren viel Geld ausgegeben. Gleichzeitig haben sie zusammen etwa eine Million Euro in ihren Dachverband, mit der Liga-Zentrale in Berlin, überwiesen. Damit auch der sich professioneller aufstellen konnte. Der Verband erhöhte auch prompt die Zahl seiner festen Mitarbeiter von vier auf sechseinhalb, um schlagkräftiger zu werden.
Aktuell sorgt er allerdings für ziemlich viel Frust bei einem Teil der Branche, etwa bei Kaweh Niroomand, dem einflussreichen Manager des deutschen Meisters Berlin Volleys: "Es sind nun zwei Jahre vergangen. Die Vereine haben ihre Pflicht getan. Aber auf der anderen Seite, was auch zu dem Masterplan gehörte, das Finden eines Zentralsponsor ist ausgeblieben, von daher ist der Masterplan ein wenig in Schieflage geraten." Erst mit einem Ligasponsor im Rücken kann der Verband seinen Vereinen im Masterplan festgeschriebene Gelder zurückzahlen. Die Suche nach diesem Ligasponsor: klare Aufgabe des  Dachverbandes!  Die jetzt aufflammende Kritik kann Geschäftsführer Klaus-Peter Jung verstehen. Er räumt aber gleichzeitig ein, dass zunächst die Hausaufgaben erledigt werden mussten: "Wir wollen nämlich nicht blauäugig in eine Situation kommen, wir finden den Partner, der investiert viel in die Volleyball-Bundesliga, hat aber auch große Erwartungen und wir können es nicht umsetzen, weil wir keine personellen Ressourcen haben, keine Ausstattung dafür haben, keine Möglichkeiten haben. Das alles haben wir gemacht, das haben die Vereine vorfinanziert, und deshalb verstehe ich auch, dass der eine oder andere unruhig wird. Das ist auch völlig normal und jetzt muss halt abgeliefert werden und da sind wir vom Center, vom Vorstand, ganz klar gefordert."
Im vergangenen September hat der Verbandsvorstand eine Vermarktungsagentur ins Boot geholt. Die soll laut Masterplan bis spätestens zum Ende der aktuellen Saison, also bis Ende Juni, einen Liga-Sponsor finden. Ansonsten droht der Plan bei Halbzeit zu scheitern, weil dann vielleicht viele Vereine nicht mehr bereit sein könnten, weiter finanziell in Vorleistung zu treten. 

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