Dem Favoriten einige Nüsse zu knacken gegeben

22. Januar 2017
Foto: Frank Ziegenrücker

Köpenicker SC Berlin vs. SSC Palmberg Schwerin        1:3 (23:25,19:25,25:20,12:25) 

Deutlich mehr Mühe als eingeplant hatte heute Tabellenführer SSC Palmberg Schwerin gegen die sich tapfer wehrenden Damen des Köpenicker SC Berlin. Der 3:1-Auswärtserfolg war verdient, doch enttäuschten die Berlinerinnen überhaupt nicht. Mit ein wenig mehr Glück wäre bei einer der besten Saisonleistungen ein nicht eingeplanter Punkt drin gewesen.

Fotogalerie des Fanclubs:
https://www.facebook.com/pg/red.attack.coepenick/photos/?tab=album&album...

Fotogalerie von Frank Ziegenrücker
https://www.facebook.com/pg/Fraz-foto-263268403685482/photos/?tab=album&...

Schwerin musste ohne die erkrankte Jennifer Geerties auskommen, bei Berlin war Anna Pogany nach ihrer Verletzung noch ohne Einsatz. Von Anfang an kämpften beide Mannschaften mit offenem Visier und auf erstaunlich hohem Niveau. Beide agierten zunächst in Angriff wie auch in der Abwehr auf ähnlichem Level. Und wenn Lauren Barfield nicht auf Schweriner Seite sondern wie in den vergangenen zwei Jahren für den KSC aufgelaufen wäre (großartig ihre allein im ersten Satz fünf verwandelten Angriffsaktionen aus der Mitte),  wäre das knappe Satzergebnis möglicherweise anders herum ausgegangen. Den zweiten Satz holte sich mit etwas größerer Dominanz der vielfache Meister aus Schwerin - der KSC musste von Anfang an einem Rückstand hinterher laufen.

Einen Satzgewinn wollten sich die Berlinerinnen aber noch erkämpfen - und mit welcher Intensität im 3. Satz dieses Ziel gegen den Tabellenführer verfolgt wurde, nötigt absoluten Respekt ab. Beide Teams lieferten sich einen Kampf mit  einigen herausragenden Ballwechseln und schon bei den letzten Punkten der Teams stand das Publikum begeistert auf den Tribünen. Ein solcher Satz auf höchstem Level kostet für das KSC-Team immens Kraft und Konzentration - das Ergebnis sah man im vierten Satz, als die Berlinerinnen sich immer wieder am nun fest zupackenden Schweriner Block oder in der Abwehr festliefen und den Ball schlicht nicht zu Boden bekamen. Dies gelang dafür den Mecklenburgerinnen immer wieder - schnell war der Matchgewinn realisiert. 

Trainer Koslowski sprach nach Spielschluss von einem "unangenehmen Gegner KSC", der es den Schwerinerinnen mit seiner kämpferischen Spielweise nicht leicht gemacht habe. Für Schwerin wirkte der Erfolg eher wie ein Arbeitssieg - für das Berliner Publikum war die Beobachtung der vielen Nationalspielerinnen ein schöner Nebeneffekt des Schweriner Besuchs.  Die Dynamik einer Maren Brinker, die Abschlaghöhe von Louisa Lippmann oder die fantastische Ballkontrolle von Libera Lenka Dürr sieht man nun mal nicht alle Tage. Und ganz besonders wurde natürlich die Entwicklung von MVP Lauren Barfield bewundert, die in Schwerin nochmal ein ganz neues Level auf der Leistungsskala erreicht hat. 

Trainer Rieke konnte nach der Krankheits- und Verletztenwelle der letzten Wochen in den letzten Trainingseinheiten endlich wieder mit voller Belastung und umfangreich trainieren lassen - das spürte man in Zusammenspiel und Abstimmung. "Mit der Leistung des Teams kann man nur zufrieden sein, wir haben den Favoriten ganz schön gefordert", so der Trainer. Sowohl Walch, als auch Steffen und Iwohn punkteten zweistellig - zur MVP wählte Trainer Koslowski die Berliner Mittelblockerin Julia Hero. 

Der KSC greift erst am 4. Februar 2017 wieder in das Spielgeschehen der Liga ein. Nach dem Pokalfinale am kommenden Wochenende in Mannheim ist dann Schwarz-Weiß Erfurt in der Berliner Hämmerlinghalle zu Gast.

Foto: Frank Ziegenrücker

Nachrichten-Kategorie: